Pferdeostheopathie - Wann sollte ich einen Behandlungspass führen?

20.08.2019 von Karsten Gemmeker

Pferdeosteopathie: Wann sollte ich einen Behandlungspass führen?

Ein Pferdebesitzer muss vieles im Kopf haben: Fütterungsmengen und eventuelle Empfehlungen des Tierarztes. Dosierungen von Medikamenten, neue Termine für Hufschmied und zum Impfen, für die Pferdeosteopathie und weitere Behandlungen. Auch das Training will organisiert werden und beinhaltet die Umsetzung von Ratschlägen, die der Ausbilder gegeben hat. Doch wie können Sie sich das alles behalten?

Jedes Pferd muss einen Pass haben, in den der Tierarzt die erfolgten Impfungen mit Art der Impfung, Name des Impfstoffs und Datum einträgt. Hiermit behalten Pferdehalter den Überblick darüber, wann die letzte Impfung erfolgt ist.​

Der Behandlungspass für Pferde: Für mehr Übersicht für Pferdehalter

Jedes Pferd muss einen Pass haben, in den der Tierarzt die erfolgten Impfungen mit Art der Impfung, Name des Impfstoffs und Datum einträgt. Hiermit behalten Pferdehalter den Überblick darüber, wann die letzte Impfung erfolgt ist. Doch was ist mit all den anderen Maßnahmen, die durch den Tierarzt durchgeführt wurden?

Der Tierarzt muss genau darüber Buch führen, welche Medikamente einem Pferd verabreicht wurden, wenn dieses als Schlachtpferd eingetragen ist bzw. im Pferdepass keine entsprechende Notiz gemacht wurde, dass es sich um ein Nicht-Schlachtpferd handelt. Um die Verwertbarkeit des Fleisches sicherzustellen, sind umfangreiche Dokumentationen über die erfolgten Medikamentengaben nötig.

Doch was ist mit all den Pferden, die eben keine Schlachtpferde sind, was den größten Teil der Sport- und Freizeitpferde betreffen dürfte? Und was ist mit den Hinweisen und Empfehlungen, die seitens des Halters und des Stallbetreibers zu beachten sind und die in einem normalen Pferdepass keinen Platz finden? Separate Behandlungspässe sind daher die beste Möglichkeit, alle wichtigen Angaben zum Pferd immer zur Hand zu haben.

Pferdeosteopathie und Behandlungspass: Die zwei gehören zusammen

Ein Osteopath ist darauf angewiesen, zu wissen, welche Behandlungen der Tierarzt betreffs eines gesundheitlichen Problems des Pferdes durchführt und welche Medikamente verabreicht wurden. Behandlungspässe geben die Möglichkeit, alle Empfehlungen, Dosierungen von Medikamenten und Hinweise aller an einem Pferd arbeitenden Fachleute gebündelt aufzubewahren. So kann sich der Therapeut darüber informieren, welche wichtigen Hinweise und Empfehlungen der Tierarzt oder der Hufschmied gibt. Genauso können diese Fachleute nachlesen, welche Behandlung im Rahmen der Osteopathie oder der Physiotherapie erfolgt ist.

Auch wenn nicht immer einzelne Techniken aufgeführt werden, so finden sich doch Diagnose und Behandlung sowie entsprechende Empfehlungen im Pass wieder. Der Pferdeosteopath trägt zum Beispiel ein, welcher Wirbel blockiert war, in welchem Gelenk eine Einschränkung vorliegt und ob eine arthritische Veränderung vermutet wird.

Der Tierarzt hingegen kann im Pass vermerken, wenn zum Beispiel ein Magengeschwür diagnostiziert wurde, was im Rahmen meiner osteopathischen Anwendungen zu berücksichtigen ist. Eine Fehlhaltung zeigt sich zum Beispiel in der Hufstellung oder an einer ungleichmäßigen Abnutzung der Hufe. Der Hufschmied oder Huforthopäde kann im Pass entsprechende Vermerke vornehmen. Insofern gehören nicht nur Osteopathie beim Pferd und der Pass zusammen, sondern auch Tierarzt, Hufschmied und weitere Fachleute sollte hier Eintragungen vornehmen.

Beispiele für Eintragungen im Pass

Bei manchen Pferden ist nahezu jede Seite des Passes gefüllt, andere wiederum haben außer den regelmäßigen Vorsorgechecks und Impfungen kaum etwas im Pass zu stehen. Beispiele für Eintragungen betreffen unter anderem diese Punkte:

  • Pferdeosteopath: Erkennen von Blockaden und deren Behandlung, Empfehlungen für den Hufschmied bzw. die Hufbearbeitung, anstehende Termine
  • Tierarzt: erfolgte Medikamentengabe, Diagnose von Erkrankungen, Behandlungsmethoden, Empfehlungen für Osteopath und Hufschmied, evtl. Behandlungsmaßnahmen in der Klinik
  • Hufschmied: Korrekturbeschläge, Hinweise auf Huferkrankungen, Nennung von Fehlstellungen
  • Ausbilder: Besonderheiten im Training, spezielle gymnastizierende Arbeit, Auffälligkeiten im Training
  • Stallbetreiber: Verweigerung von Futter, Koliken, Hinweise auf Unfälle auf der Weide
  • Pferdehalter: Auffälligkeiten, wichtige Kontaktadressen

Die Pässe sind verschieden angelegt und nicht bei allen ist es möglich, dass wirklich alle Personen, die mit dem Pferd betraut sind, Eintragungen vornehmen. Oft beschränken sich die Eintragungsmöglichkeiten auf Tierarzt, Hufschmied und Osteopath des Pferdes. Doch je umfassender der Pass zur Behandlung ist, desto besser!

Jeder Behandelnde bekommt einen Überblick über eventuelle Auffälligkeiten und Einschränkungen, die das Pferd betreffen und die sich auf die Gesundheit und das Training auswirken können. Ist es dem Besitzer einmal nicht möglich, sich selbst um das Tier zu kümmern oder muss zu Terminen eine Vertretung des Besitzers geschickt werden, können sich auch diese Personen ein umfassendes Bild zum Pferd machen. Da auch Termine und Besonderheiten für die Nachbehandlung des Pferdes eingetragen werden, gehen derartig wichtige Informationen nicht in der Hektik des Stallalltags verloren.

Behandlungspässe sollten für jedes Pferd vorhanden sein und bieten Besitzer, Reiter und Experte die Möglichkeit, sich konkret über den Gesundheitsstatus des Pferdes sowie über eventuelle Besonderheiten zu informieren. Behandlungen und Therapien werden nachvollziehbar dokumentiert, außerdem sind Termine zu Impfungen, Wurmkuren und Nachbehandlungen sowie Empfehlungen für andere Fachleute aufgeführt. Auch bei einem Verkauf eine hilfreiche Möglichkeit, den neuen Besitzer gründlich über die gesundheitliche Vorgeschichte des Pferdes zu informieren!

Über den Autor

Karsten Gemmeker

DIPO-Pferde-Osteotherapeut
- Pferdeosteopathie in Österreich, Schweiz und Deutschland

Staatlich anerkannter Physiotherapeut
- Praxis für Krankengymnastik

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